RAY 2024

Diego Moreno, Two October Moons II. Aus der Serie Malign Influences, 2021 @ Diego Moreno. All Rights Reserved 2021
Jürgen Klauke, Dauerläufer, 1972/1973 © VG Bild-Kunst, Bonn 2024, Courtesy Galerie Anita Beckers und Jürgen Klauke
Mimi Plumb, Highway 4, aus der Serie The White Sky, 1975 © Mimi Plumb

Echoes

03.05.–01.09.2024

Wie tragen Bilder zum Verständnis unserer Identität, unserer Erinnerungen, unserer Gefühle und der Fähigkeit bei, die gegenwärtigen sozialen, gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen zu erfassen und zu verarbeiten? RAY Echoes bietet hierfür keine Antworten, sondern – einem Labor ähnlich – viele Perspektiven und Angebote der individuellen Auseinandersetzung. Die Künstler*innen der Triennale der Fotografie RAY 2024 erforschen und reflektieren mit fotografischen und der Fotografie verwandten Medien die Herausforderungen und Spannungsfelder der Selbstwahrnehmung und des menschlichen Miteinanders. Ihre Arbeiten spannen Bögen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sowie vom Intimen und Persönlichen bis zum Kollektiven. Durch das Festhalten dieser vielfältigen Momente und Phänomene schaffen sie ein Echo, das die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf ihre Themen lenkt. Ähnlich einem Schallerlebnis erzeugen sie so einen Nachhall, der über das Abgebildete hinaus als eigenständiges Ereignis wahrgenommen wird. Auf dieser Grundlage konzentriert sich RAY Echoes auf drei Schwerpunkte: Identity, Memory und Emotion.

Echoes Identity – Identität und Fotografie, das ist eine Beziehung von Liebe und Hass, von Ähnlichkeit und Unterdrückung, eine Beziehung, die zwischen Klassifizierung oder Selbstermächtigung oszilliert. Im Laufe der Zeit haben Fotografien es Herrschenden ermöglicht, Menschen auf willkürlichen Grundlagen zu organisieren und zu verfolgen. Aber die Künstler*innen von RAY Echoes zeigen auch, dass die Identität eines Individuums aus mehr als nur einem Bild besteht.

Echoes Memory – Die Rolle von Fotografie als Erinnerungsträger ist ebenso komplex wie vielschichtig. Die Wahrhaftigkeit des Mediums in der Wiedergabe von Geschehenem ist genauso fraglich wie die der Erinnerung selbst. Die Ausstellung hinterfragt, wie anhand fotografischer Bilder fehlende oder unscharfe Erinnerungen – auch anhand von KI – (wieder-)hergestellt und/oder manipuliert werden können. Fotobasierte Arbeiten können auch Erinnerungen konstruieren, Erfahrungen, die gar nicht stattgefunden haben, sich aber in uns als solche manifestieren.

Echoes Emotion – Schließlich werden auch die Affekte, die fotografische und medienbezogene Bilder durch ein emotionales Echo auslösen können, näher untersucht. Es geht u.a. darum, wie wir die Darstellung bestimmter Situationen und Ereignisse erleben und darauf reagieren. Die Resonanz auf die dargestellten Zustände kann bei den Betrachter*innen je nach ihrer eigenen emotionalen Verfassung und ihrem soziokulturellen Hintergrund sehr unterschiedlich ausfallen, was die Annahme widerlegt, dass die Fotografie eine universelle Sprache ist.

Kurator*innenteam

Anne-Marie Beckmann (Deutsche Börse Photography Foundation, Eschborn), Alexandra Lechner (freie Kuratorin, Frankfurt), Celina Lunsford (Fotografie Forum Frankfurt), Matthias Wagner K (Museum Angewandte Kunst, Frankfurt)

Künstler*innen

Mónica Alcázar-Duarte (*1977 MX), Jana Bissdorf (*1987 DE), Sophie Calle (*1953 FR), Maisie Cousins (*1992 GB), Omar Victor Diop (*1980 SN) und Lee Shulman (*1973 GB), Joy Gregory (*1959 GB), Jesper Just (*1974 DK), Lebohang Kganye (*1990 ZA), Jürgen Klauke (*1943 DE), Anton Kusters (*1974 BE), Dinu Li (*1965 HK), Jyoti Mistry (*1970 ZA), Diego Moreno (*1992 MX), Mimi Plumb (*1953 US), Johanna Schlegel (*1986 DE) und Inuuteq Storch (*1989 GL)

Ausstellungsorte

Deutsche Börse Photography Foundation, Fotografie Forum Frankfurt, Museum Angewandte Kunst

Partner-Ausstellungs- und Veranstaltungssorte

Historisches Museum Frankfurt, KfW Stiftung, Kunstforum der TU Darmstadt, Kunststiftung DZ BANK, Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim, Marta Hoepffner-Gesellschaft für Fotografie e.V. zu Gast in der Galerie Hanna Bekker vom Rath, MMK Museum für Moderne Kunst und Nassauischer Kunstverein Wiesbaden

Festival

Nach der offiziellen Eröffnung von RAY Triennale der Fotografie 2024 fanden drei Festivaltage vom 3. bis zum 5. Mai statt. Internationale Künstler*innen, Kurator*innen sowie Fachleute aus interdisziplinären Bereichen wurden eingeladen, sich in Vorträgen und Talks mit dem Thema Echoes auseinanderzusetzen und auszutauschen.

Förderung

RAY Echoes wurde ermöglicht durch: Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Kulturamt Stadt Frankfurt am Main, Museumsufer Frankfurt

Unterstützt durch: Crespo Foundation, Heinz und Gisela Friederichs Stiftung, Rudolf-August Oetker-Stiftung, Mann Stiftung

Medienarchiv

Eröffnung

Fotos: Lea Kulens, Robert Schittko

Festival

Fotos: Lea Kulens, Robert Schittko, Sabine Schirdewahn

Master Class

Fotos: Tatiana Vdovenko

Vorträge und Künstler*innen-Talks

Mira Anneli Naß, *Beyond Evidence: Image Forensics and the Search for Clues Between Individual and Collective Memory* (Vortrag)

Johanna Schlegel und Maisie Cousins im Gespräch mit Kuratorin Anne-Marie Beckmann

Anton Kusters und Ruben Samama über ihre gemeinsame Arbeit am The Blue Skies Project

Joy Gregory über ihre Arbeit und ihre Publikation *Black Women Photographers of the 80s and 90s in Britain*. Einführung von Kuratorin Celina Lunsford

Hans-Michael Koetzle im Gespräch mit Celina Lunsford und Sabine Seitz - 40 Jahre Fotografie Forum Frankfurt

Sophie-Charlotte Opitz über individuelle und kollektive Dynamiken des Erinnerns (Vortrag)

Mónica Alcazár-Duarte, Dinu Li und Inuuteq Storch über ihre Arbeit; und im Gespräch mit Kuratorin Celina Lunsford

Sophie-Charlotte Opitz (Moderation) im Gespräch mit den Kuratorinnen Anne-Marie Beckmann, Celina Lunsford, and Alexandra Lechner

Jungkuratorin Cornelia Siebert im Gespräch mit Diego Moreno (Übersetzung: Jacqueline Jakobi)

Jesper Just im Gespräch mit der Kuratorin Alexandra Lechner

Jyoti Mistry im Gespräch mit Kuratorin Celina Lunsford

Omar Victor Diop und Lee Shulman diskutieren ihre Arbeit “The Anonymous Project”